maulwerke songbooks
dadayama pool soup
apropos zunge loesen
line up trott
frey bequille
glossolalie fluxus02
yesterday flux 1999
auch nicht anna
eiszeit passage
Antje Vowinckel: Call me Yesterday


Eine Text-Klangkomposition aus internationalen Sprachkursen (2005/2006, 47 Min.)
für 5 Stimmen mit Instrumenten, Zuspielband und Zweikanal-Videoprojektion

ZKM, Festival Stimme+, 19. Mai 2006 (UA)
TESLA im Podewils'schen Palais Berlin, maulwerker performing music, 6.Oktober 2006
Komposition und Regie: Antje Vowinckel
Bühne und Video: Steffi Weismann
Die Maulwerker: Christian Kesten, Ariane Jessulat, Henrik Kairies, Katarina Rasinski und Fernanda Farah (Gast), in der Berliner Aufführung mit Margareth Kammerer (Gast)

Die Live-Aufführung von Call me Yesterday, die Antje Vowinckel ausgehend vom gleichnamigen Hörstück auf die Bühne übertragen hat, wird mit fünf Live-Stimmen, Instrumenten, Zuspielband und einer 2-Kanal-Videoprojektion realisiert. Die von Steffi Weismann entworfene Videoinstallation greift Bilder analoger Audiotechnik der 60er Jahre auf. Zentrales Element sind zwei vertikal rotierende Scheiben, die als runde Projektionsflächen für die live eingespielten Videos dienen. Sie erinnern an Plattenteller oder alte Tonbandgeräte, können aber auch das repetitive Element der Übungen visualisieren und andere Elemente in ihren Rhythmus zwingen (z.B: das Geräusch der Kreide auf der sich drehenden Tafel).
Die Sprecher stehen durch Stellwände isoliert voneinander hinter Pulten und werden durch Licht für verschiedene Konstellationen sichtbar bzw. unsichtbar gemacht. Die Trennung der Sprecher steht für die isolierte Situation in der sich die Lernenden mit den Sprachkursen befinden und die der Konzentration von Hören und Sprechen dienen soll. Gelegentlich begeben sich die Sprecher jedoch zu einer halbkreisförmigen Sitzgruppe im Vordergrund oder führen Übungen an den Drehscheiben durch.
Die übertriebenen Perfektionsansprüche der frühen Sprachlaborkurse bringen für heutige Ohren nahezu absurde Qualitäten zum Vorschein. Dabei öffnet sich ein Raum für die Musik. Gleichzeitig werden aus diesem anderen Betrachtungswinkel aber auch Fragen entstehen, die sich auf die heutige Problematik im Umgang mit Kommunikationstechnik beziehen.