d i e    m a u l w e r k e r

         e n s e m b l e          a r b e i t s f e l d e r           r e p e r t o i r e          a k t u e l l          b o o k i n g            k o n t a k t
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E x t e n d e d   V o i c e

M u s i k   i m   R a u m

S p r a c h k o m p o s i t i o n e n  

M u s i k t h e a t e r

S t i m m e   u n d   K ö r p e r

R a d i o p r o d u k t i o n e n

F L U X U S  

P r o g r a m m e   m p m  

 

 

 

Experimenteller Gesang ist ein kaum einzugrenzendes Arbeitsfeld der Maulwerker. Nicht nur in Dieter Schnebels Stück, das der Gruppe den Namen gab, in der Musik John Cages, im Obertongesang Stockhausens oder in anderen Stücken jüngerer Komponisten, die bewußt die Stimme thematisieren, suchen die Maulwerker nach „dem neuen Klang“. Die Stimmen bewegen sich ständig zwischen Sprechen, Singen, Atmen und Geräusch. Aus dem scheinbar zufälligen Laut heraus werden die Grenzen des Materials gesucht: Extreme Höhe, tiefes Knarren, aggressive Lautstärke, Grenze der Hörbarkeit, chaotisches Umschlagen der Stimmregister, Kehlkopftremoli, Falsettwirkungen, konsonantisches Rauschen, depravierte Laute, Reibegeräusche und Multiphonics.

Dieter Schnebel hat in Maulwerke an Hand der einzelnen Artikulationswerkzeuge eine Didaktik der zeitgenössischen Lauterzeugung geschaffen. In diversen Kommunikations-modellen stellt er diese Stimmetüden in musikalisch-psychologische Zusammenhänge. Das Stück entsteht in ständiger lauthaft-musikalischer Auseinandersetzung und wird von den Ausführenden stets neu komponiert. Die Maulwerker haben aus diesem Ansatz und aus der Erfahrung mit John Cages Songbooks heraus einen besonderen Ensemble-Klang entwickelt, der in ihren Kompositionen und Bearbeitungen wie z. B. glossolalie 2000, Schramme am Himmel, parochial, Eiszeit, DklM5+1 und Voyage puré besonders zur Entfaltung kommt.
Dabei wird Stimme im Gegensatz zum traditionellen Gesang integrativ verstanden: Auch traditionelle Gesangstechniken können experimentell erweitert werden durch den Einbezug von Körperbewegungen, die die Stimme verändern oder durch einen abrupten Wechsel des Stils, durch ein Vermischen mit Atemgeräuschen, Sprache und geräuschhaft artikulierten Lauten.
Zahlreiche Komponisten wie Dieter Schnebel, Makiko Nishikaze, Ernstalbrecht Stiebler, Andrea Neumann, Michael Hirsch und Georg Klein haben für die Maulwerker Stücke geschrieben, in denen das virtuose Spektrum des experimentellen Gesangs die Stimme zu einem immer wieder neuen Instrument macht.

"Zum stimmlichen Feuerwerk geriet schließlich die lautpoetische Umsetzung
verschiedener Chlebnikov-Texte, in der die Maulwerker mit unerreichter
Souveränität und Perfektion zwischen den Genres herumspringen, ein 'erhabenes
Donnergrollen' klanglich ausdeuten, Zisch- und Schnalzlaute in glissandierende Vokalisen übergehen lassen oder Nonsense-Sätze im Kanon vortragen. So entsteht eine lustvoll artikulierte futuristische Klangwelt jenseits des lallenden Klamauks."
Volker Straebel im Tagesspiegel am 29. 6. 1997