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 ABC Singspiel Simultaneity
Son aof Man Trio
 German Chamber Opera for 38 Marias
 Counting Song
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Emmett Williams (1925-2007)
ABC Singspiel Simultaneity for Die Maulwerker
2005 (6’)
UA: Maulwerker Performing Music 2005, tesla Berlin
Dieses Stück steht in Verwandtschaft mit
Williams’ berühmter Alphabet Symphony von 1963. Wieder ist
es die Systematisierung per Zufallsverfahren durch die einfache Struktur
des Alphabets, die diesem anarchischen Quodlibet zugrunde liegt und die
überraschende Mixturen generiert.
Son of Man Trio (1963) für zwei Performer
Four Directional Song Of Doubt (1958) für
5 Performer und einen Dirigenten
Song of Uncertain Length (1960) Solo
Counting Song (1962) Solo
German Chamber Opera for 38 Marias (1962) für
grosses Ensemble und Publikum
Duet for Performer and audience (1961) Solo
Aufführungen mit Emmett Williams und den Maulwerkern:
Museum Hamburger Bahnhof Berlin 1999
Museo Vostell Malpartida Spanien 2001
Fridericianum Kassel 2001
Museo Reina Sofia Madrid 2002
Galerie Vostell Berlin 2003
Emmett Williams zu Counting Song
Hans-Ulrich Obrist: Von deinen frühen Stücken kamst du dann
zu den event scores, den Ereignispartituren, wie zum Beispiel dem Song
Of Uncertain Length, dem Lied mit unbestimmter Länge, oder den Counting
Songs, den Zählliedern. Könntest du ein bisschen über diese
Werke sprechen?
Emmett Williams: Ja, die Zähllieder (counting songs) im besonderen
stammen aus der Zeit des Fluxus-Festivals in Kopenhagen 1962. Wir hatten
zum ersten Mal wunderbar viel Publikum. Die Veranstalter verlangten Eintritt
und wir hatten den Eindruck, sie würden betrügen, also hatte
ich irgendwie die Idee, mit diesen Zählliedern anzufangen, und zählte
jeden im Publikum. Man konnte sie berühren, man konnte sie ihren
Namen auf das Programmheft schreiben lassen, einen Bonbon jedem in den
Mund stecken. Auf diese Weise hatte man Kontakt mit dem Publikum und konnte
gleichzeitig ganz genau herausbekommen, wie viele Leute da waren und den
uns zustehenden Anteil des Geldes einfordern.
HUO: Und wie kam der Begriff ‚event scores’ auf?
EW: Ich glaube, der Ausdruck stammt von George Brecht. Er wurde zu einem
sehr populären Bestandteil der Fluxus-Sprache. Natürlich basierte
das alles auch auf musikalischen Ideen – ‚Concerto No.3’
wurde so genannt, weil es half, die Verbindung zwischen Aktion und Musik
herzustellen. Einige Fluxus-Künstler waren Komponisten und sehr gebildet,
was Musik betraf – andere kannten wahrscheinlich nicht einmal den
Unterschied zwischen einem Klavier und einer Tuba! Aber sie gebrauchten
oft musikalische Terminologie als ein System. Da gab es Leute wie Nam
June Paik mit echten musikalischen Abschlüssen, Wolf Vostell redete
von Lebensmusik, Gedankenmusik, De-Collage-Musik undsoweiter.
Hans-Ulrich Obrist interviewt Emmett Williams, 11/10/2004.
Ganzes Interview (in englisch): undo.net
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