d i e    m a u l w e r k e r

         e n s e m b l e           a r b e i t s f e l d e r           r e p e r t o i r e            a k t u e l l           b o o k i n g             k o n t a k t
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Antonia Baehr

Alessandro Bosetti
Lucio Capece
John Cage
Johnny Chang
Fluxus
Jürg Frey
Gisburg
Robin Hayward
David Helbich
Michael Hirsch
Toshi Ichiyanagi
Ariane Jeßulat
Tom Johnson
Sven-Ake Johansson
Rolf Julius
Travis Just
Mauricio Kagel
Henrik Kairies
Christian Kesten
Georg Klein
Alison Knowles
Maulwerker
Andrea Neumann
Sergej Newski
Makiko Nishikaze
Pauline Oliveros
Michael Pisaro
Katarina Rasinski
Richard Reason
Ole Schmidt
Dieter Schnebel
Craig Shepard
Gerhard Stäbler
Ernstalbrecht Stiebler
Karlheinz Stockhausen
Barbara Thun
Antje Vowinckel
Steffi Weismann
Emmett Williams
Istvan Zelenka
 
 
 
 

 

Barbara Thun

Hürdenlauf (1998, 7')
UA:Festival CLUSTER. Forum Neue Musik Thüringen, Maschinenhalle E-Werk/ Weimar

dklm 5 + 1 (1999, 45')
szenische Komposition für 6 Maulwerker nach einem Märchen von Hans Christian Andersen
UA: Kunstschiff Anna, Fischerinsel Berlin (1999)

Szene a (2002, 15')
Sprachkomposition für Stimmen, Violine, Triangel und Stimmgabeln auf vier Prosatexte von Konrad Bayer
UA: Randspiele Zepernick 2002, weitere Aufführungen: im Rahmen von Dispersionen, Ballhaus Naunynstrasse Berlin 2003 und Festival Jeunesse, im MUMOK Wien 2005

Konrad Bayers Texte „seit ich weiß“, „romanze“, „von nun an“ und „über die liebe“ berichten aus verschiedenen Situationen über die Reflexion des Verhältnisses vom Ich zur Welt. Dieser selbstbezüglichen Grundhaltung entspricht in der Komposition die Rolle des quasi-Erzählers, dessen Sprachduktus wie von den Rhythmen der Umgebung abgeschlossen scheint, ihnen aber gleichzeitig Hintergrund und Bezugsgröße bietet. Mehrstimmige und chorische Teile stehen für die Auffächerung eines Gedankens, für das Auftauchen und Verschwinden einer Vielzahl von gedachten Persönlichkeiten oder Abspaltungen der Selbstwahrnehmung. Die Abschnitte gehen ineinander über oder bilden Klammern, strukturiert von reduzierten Kommentaren der Instrumente; es entsteht ein Ganzes in Form einer liturgischen Szene mit poetischem Beiklang, die die sehr unterschiedlichen Texte unter einen großen Bogen faßt. Die Geige, die großenteils wie ein Banjo gehalten und gespielt wird, ist eine Anspielung auf die musikalischen Aktivitäten Bayers.
Bei der Vertonung verstärkte ich rhythmische und melodische Tendenzen der Texte und verwendete Techniken, die auch Bayer benützte, wie Reduktion, Verschränkung, Assoziation und Vervielfältigung, allerdings (bis auf den letzten Abschnitt, wo ich die literarische Vorlage selbst verfremdete) in rein musikalischer Hinsicht: Text ist dabei musikalisches Material, also Klang. Andererseits war der Erhalt der Verständlichkeit bzw. das Herstellen einer eigenen Verstehbarkeit der Prosa der Leitfaden, um eine literarisch-musikalische Hörszene zu schaffen, die die Texte stützt, ihren Inhalt transportiert, musikalisch kommentiert und atmosphärisch intensiviert.
„szene a“ ist der erste Teil eines Zyklus´ über und mit Texten von Konrad Bayer. Mit Dank an Traudl Bayer und Dominik Steiger, die mir die Verwendung der Texte freundlich gestatteten. (Barbara Thun)