d i e    m a u l w e r k e r

         e n s e m b l e           a r b e i t s f e l d e r           r e p e r t o i r e            a k t u e l l           b o o k i n g             k o n t a k t
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Antonia Baehr

Alessandro Bosetti
Lucio Capece
John Cage
Johnny Chang
Fluxus
Jürg Frey
Gisburg
Robin Hayward
David Helbich
Michael Hirsch
Toshi Ichiyanagi
Ariane Jeßulat
Tom Johnson
Sven-Ake Johansson
Rolf Julius
Travis Just
Mauricio Kagel
Henrik Kairies
Christian Kesten
Georg Klein
Alison Knowles
Maulwerker
Andrea Neumann
Sergej Newski
Makiko Nishikaze
Pauline Oliveros
Michael Pisaro
Katarina Rasinski
Richard Reason
Ole Schmidt
Dieter Schnebel
Craig Shepard
Gerhard Stäbler
Ernstalbrecht Stiebler
Karlheinz Stockhausen
Barbara Thun
Antje Vowinckel
Steffi Weismann
Emmett Williams
Istvan Zelenka
 
 
 

 


Foto: Maulwerke Version 1995 mit Kostümen von Jürgen Westhoff


 

 

Dieter Schnebel: Maulwerke (1968-74)
für Artikulationsorgane (und Reproduktionsgeräte)

Versionen:
Maulwerke 88 (Trioversion mit Anna Clementi, Gisburg Smialek und Christian Kesten) Aufführungen: Festival „East-West Horizons II,Tokyo 1988, Hebbel Theater Berlin 1989, Room Dances Festival Jerusalem/Tel Aviv 1992

Maulwerke 95 (vom Ensemble ausgearbeitete Version für 5 - 9 Stimmen, 25')
Aufführungen: Hochschule der Künste Berlin 1995 (szenische Version), „MUSICA CHORALIS 2000“, Luxemburg 1995, CCA Glasgow 1996, Bad Wildbad 1997, Festival Dieter Schnebel Re-visionen / Kammermusik Münster 1998

Maulwerke 2006 (vom Ensemble ausgearbeitete Version für 5 Stimmen (20’), Aufführungen: ZKM Karlsruhe 2006, Hochschule für Musik Würzburg 2007

Maulwerke 2008/09 (vom Ensemble improvisierte Fassungen für 6 Stimmen)
maulwerker performing music Villa Elisabeth Berlin 2008, Festival "Les Amplitudes", La Chaux-de-Fonds (Schweiz) 2009

 
Maulwerke – der Mund arbeitet, wird tätig nicht nur in der Nahrungsaufnahme (und Liebesgabe und –nahme), sonder auch im Lautieren, wo Klänge geäußert werden, welche von einfachem Ausdruck bis zu Sprache und Musik reichen.
 
I Atemzüge / II Kehlkopf-Spannungen, Zungenschläge, Lippenspiel
Der Vorgang ist zutiefst körperlich: Luft wird eingezogen bis weit hinab zum die Bauchhöhle begrenzenden Zwerchfell, und sie wird wiederum ausgedrückt, wobei sie im Kehlkopf und im Mundraum sowie mittels Zunge und Lippen mehr oder weniger deutlich strukturiert wird. Also verlässt sie das Leibesinnere durch die Mundöffnung als Schall oder bloß Rauch, wird zur Äußerung oder gezielter zum Signal, welches wiederum Reaktion erheischt, in einem anderen Körper einen ähnlichen Prozess auslöst.
 
III Mundstücke
Der Vorgang aber ist ebenso seelisch, denn er umschließt und befördert Gefühle. Sie erscheinen sowohl sichtbar wie hörbar; zeigen sich etwa im verzerrten oder im freundlich gerundeten Maul; werden vernehmlich im Klang etwa der Untertöne – und überhaupt macht der Ton die Musik. Solche Schwingungen suchen Resonanz, stimulieren sie im Angesprochenen, sei es als heftiger Impuls oder aber als sanfte Harmonie.
 
IV Maulwerke-Sprache-Musik
Schließlich ist jener Vorgang des Lautierens geistig, birgt Inhalte, die sagen – und singen. Sie kommen heraus im Geformten: in den Zusammenhängen, welche Sprache bilden oder Musik – oder gar beides. Die dermaßen gestalteten Lautströme teilen mit und wollen vernommen werden – übers Auge und Ohr. Zugleich fordern sie die Antwort eines Gegenparts heraus, führen also zum Dialog und stiften Gemeinschaft.
 (Dieter Schnebel)
 
Schnebels „Maulwerke“ liegen den Interpreten nicht als ausnotierte Partitur vor, die einfach zu reproduzieren wäre, sondern als Material in mehreren Schichten, aus dem sie eine eigene Version erstellen und so zu Mitkomponisten werden. Die Version 2006 wurde von den Interpreten für das ZKM Karlsruhe entwickelt.

 

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