d i e    m a u l w e r k e r

         e n s e m b l e           a r b e i t s f e l d e r           r e p e r t o i r e            a k t u e l l           b o o k i n g             k o n t a k t
        ________________________________________________________________________________________________

Antonia Baehr

Alessandro Bosetti
Lucio Capece
John Cage
Johnny Chang
Fluxus
Jürg Frey
Gisburg
Robin Hayward
David Helbich
Michael Hirsch
Toshi Ichiyanagi
Ariane Jeßulat
Tom Johnson
Sven-Ake Johansson
Rolf Julius
Travis Just
Mauricio Kagel
Henrik Kairies
Christian Kesten
Georg Klein
Alison Knowles
Maulwerker
Andrea Neumann
Sergej Newski
Makiko Nishikaze
Pauline Oliveros
Michael Pisaro
Katarina Rasinski
Richard Reason
Ole Schmidt
Dieter Schnebel
Craig Shepard
Gerhard Stäbler
Ernstalbrecht Stiebler
Karlheinz Stockhausen
Barbara Thun
Antje Vowinckel
Steffi Weismann
Emmett Williams
Istvan Zelenka
 
 
 

 


 

 

Dieter Schnebel: Glossolalie (1959-60)

1.Glossolalie 61 (auskomponierte Fassung von Schnebel)
für 3-4 Sprecher, 3-4 Instrumentalisten (Harmonium, Piano, Schlagzeug) und Dirigent, UA: 1993 Palermo (dirigiert von M. Kagel)

2. Glossolalie 2000
szenische Neufassung für 8 Vokalperformer mit Instrumenten (Trompete, Geige, Klarinette, Blockflöte, E-Gitarre, Harmonium, Plattenspieler)
Aufführungen: 8.4. 2000 Akademie der Künste Berlin
4.11.2001 Festival Klang-Aktionen München
Die Maulwerker:
Ariane Jeßulat, Henrik Kairies, Christian Kesten, Katarina Rasinski, Barbara Thun, Tilmann Walzer, Steffi Weismann;
Gast: Axel Dörner (Trompete)
Ausarbeitung/Komposition: Ensemble
Regie: Anna Clementi
Regieassistenz: Matthias Rebstock
Ausstattung: Dorothee Scheiffarth
Licht: Johannes Sundrup

Schnebels Glossolalie (1959) gehört derjenigen Gruppe seiner Stücke an, die bewußt nicht als auskomponiertes Resultat, sondern als detailliertes Konzept für den Interpreten vorliegen oder, mit den Worten Schnebels, "als präpariertes Material zur Hervorbringung von Musik".
Für ein Ensemble solistisch agierender Sprecher und Instrumentalisten geschrieben, organisiert Glossolalie eine Vielzahl von Sprachen und Sprachverwandten unter den Gesichtspunkten musikalischer und seman-tischer Parameter. Es finden Verbindungen und Überschichtungen von sprachlichen, lautlichen, geräuschhaften, instrumentalen und gestischen Prozessen statt.
Im Gegensatz zu der von Schnebel selbst auskomponierten Fassung Glossolalie 61 kommt die konzeptuelle Glossolalie selten zur Aufführung.
Glossolalie 2000 ist eine neue Ausarbeitung der Präparationen von Dieter Schnebel in Form einer Kollektivkomposition durch das Ensemble "Die Maulwerker". Das besondere an dieser Ausarbeitung ist die Einbettung der Gesamtkomposition in eine szenische Umgebung. Vor dem Hintergrund einer Partygesellschaft entrollt sich eine Dramaturgie von Handlungssequenzen, deren unterschiedlicher Konkretheitsgrad in merkwürdiger Spannung steht zu den in der Komposition eingefrorenen oder gerade in Fluss gebrachten Sprachpartikeln.
In der Ausstattung von Dorothee Scheiffarth (Bühne/Kostüme/Requisite) setzt die Regisseurin Anna Clementi eine Interpretation der Glossolalie, die die Schwerpunkte des Schnebelschen Konzeptes, nämlich Serialität, Mischung von Unkonventionellem und Konventionellem, Psychologie und Kommunikation, zu einer ausgereiften Fassung bringt, in der Hörbares mit Sichtbarem zu einer musiktheatralen Einheit verschmelzen kann. Die darstellerischen Eigenheiten der Mitglieder des eingespielten Ensembles verhelfen dabei der musikalisierten Szene zu einer spannungsgeladenen Endzeitatmosphäre.
(Ariane Jeßulat/Barbara Thun)

> zurück zu Schnebel Repertoire