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Makiko Nishikaze: MM
Die Maulwerker und das Kammerensemble Neue Musik Berlin
Inszenierung: Christian Kesten
Raum/Bühne: Kai Schiemenz
Kostüme: Dorothee Scheiffarth
Licht: Johannes Sundrup
Musikalische Einstudierung: Steffen Tast
Technische Leitung: Götz Dihlmann
Produktionsleitung: Sabine Spillecke
Produktion: Thomas Bruns
Regieassistenz: Gislinde Strunz
Photos: Kai Bienert
Die Maulwerker: Gisburg, Ariane Jeßulat, Henrik Kairies, Katarina
Rasinski; Tobias Müller-Kopp (Gast).
Kammerensemble Neue Musik Berlin: Rudolf Döbler, Flöte; Winfried
Rager, Klarinette; Robin Hayward, Tuba; Friedemann Werzlau, Schlagzeug;
Kirstin Maria Pientka, Viola; John Eckhardt, Kontrabass
Ein Projekt der Maulwerker in Koproduktion mit MaerzMusik | Berliner Festspiele,
in Zusammenarbeit mit Konzerthaus Berlin, ermöglicht aus Mitteln
des Hauptstadtkulturfonds, mit freundlicher Unterstützung der Stiftung
Kulturfonds.
MaerzMusik Festival für aktuelle Musik 2006, Werner-Otto-Saal, Konzerthaus
Berlin, März 2006
Text von Christian Kesten zur Inszenierung: Hören
inszenieren
http://www.christiankesten.de/stagedirections_MM.htm
Presseecho
DER TAGESSPIEGEL, 26.März 2006
Unscheinbare Frau, großer Glaube
„Ich habe den Herrn gesehen“, sagt die junge Frau in Rot und
strahlt, „er hat zu mir gesagt...“. Kunstpause. Wissen wir
doch, denkt sich der Zuschauer: Noli me tangere – rühr mich
nicht an! So steht es bei Johannes. Die Frau aber sagt nichts, sondern
schaut traurig drein. Eine Dissonanz zwischen Erwartung und Erfahrung
für das Publikum der MaerzMusik. Effekte wie dieser genügen,
dass die Spannung über die ganze Länge von Makiko Nishikazes
Musiktheaterstück „M. M.“ trägt. Leise und raffiniert
ziehen die Komponistin und das Team um Regisseur Christian Kesten ihre
Zuhörer im Werner-Otto-Saal des Konzerthauses in Maria Magdalenas
Seelenleben hinein. Sie zeichnen das Psychogramm einer Frau, die als Stifterin
des Christentums gelten könnte: Schließlich war sie die Erste,
die glaubhaft von einer Begegnung mit dem Auferstandenen berichtete. Mit
würdiger Ruhe in den Bewegungen bringen die Mezzosopranistin Gisburg,
die vier Stimmkünstler der Maulwerker und die Musiker des Kammerensembles
Neue Musik Berlin das Erlebnis der Auferstehungsnacht auf die Bühne.
Luftgeräusche wirken mal wie kalter Wind über einer einsamen
Seelensteppe, dann plötzlich erscheinen sie wie natürlicher
Atem. Ein Kontrabassist liegt unter seinem zum Sarg gewordenen Instrument
begraben. Ein Dämpfer, zu passenden Textfragmenten in eine Tuba eingeführt,
wird zum Symbol für die Gegenwart des Herrn, ohne die Grenze von
der Doppel- zur Eindeutigkeit zu überschreiten. Ein starker Abend.
(Carsten Niemann)
positionen 67. Beiträge zur Neuen Musik, Mai 2006
MaerzMusik 2006, eine Festivalbetrachtung
[...] So waren die "besten" Japaner des Festivals zwei Frauen,
die sich in Europa niedergelassen haben. [...] Makiko Nishikaze [...]
gestaltete in M.M. über die Begegnung Maria Magdalenas mit dem auferstandenen
Jesus am Ostermorgen die sprechendste harmonische Zartheit, die die gegenwärtige
Musik zu bieten hat, ihren Entwurf eines neuen Musiktheaters. In der musikalischen
Sitzlandschaft von Christian Kesten bildeten die Maulwerker, die Sängerin
Gisburg und das KNM Berlin immer neue Gruppen und Konstellationen, die
sich der verschiedenen bruchstückhaft locker gefügten Situationen
mit zärtlicher Zuwendung und ohne Operngekreisch annahmen. [...]
Matthias R.Entreß
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