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Andrea Neumann (*1967):
Klingende Körper (2006/07, ca.15’)
für 6 Stimmen, Körper; Andrea Neumann - Klangregie
UA: maulwerker performing music PRO CEDERE - Musik als Prozess, tesla
Berlin 2007 Das Stück Klingende Körper untersucht das Verhältnis
von Individuum und Gruppe, sowie die Elemente, die mehrere Individuen
in einen einheitlich wirkenden Organismus verwandeln, anhand einer speziellen
"Versuchsanordnung":
6 Performer liegen, an Körper und Stimme mikrophoniert neben- und
übereinander als Knäuel. Angestoßen von Bewegungs- und
Klangimpulsen verändert das Knäuel im Verlauf des Stückes
seine Form sowie seine klangliche Struktur, ohne den Eindruck einer "Masse"
zu verlieren.
Welchen Anteil haben solistisch orientierte und welchen gruppenorientierte
Aktionen in diesem Prozess?
Aus der körperlicher Dichte resultiert der Verlust der bewussten
Wahrnehmung von Körperzugehörigkeiten der Performer untereinander
(wer ist wer und wer ist wo) zugunsten einer "organischen Einheit".
Diese steht im Kontrast zu den kontrollierten, präzise ausgeführten
klanglichen Artikulationen jedes einzelnen Individuums, die wiederum akustisch
zu einer gemeinsamen Gestalt führen können.
Die Auflösung der äußeren Grenzen der Einzelnen steht
einer konzentrierten, mentalen Präsenz innerhalb eines jeden Performers
gegenüber.
Es bedarf der Wechselwirkung dieser Elemente (Trägheit/ Entspannung
in der Masse, Aktivität des Impulsgebens, des Reagierens körperlicher
wie akustischer Art), um als Knäuel zu existieren, sowie sich als
Knäuel zu wandeln. (A.N.)
auch nicht eigentlich mehr und vielleicht sogar gar nicht (2001,35')
Auftragskomposition für die Maulwerker (für 6 hängende
Performer)
UA: Theater am Halleschen Ufer Berlin, April 2001
Komposition/Regie/Bühne: Andrea Neumann
Kostüme: Norma Mack
Ausgehend von der Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen, von denen
wir heute umgeben sind, wurde in dem Musiktheaterstück "auch
nicht eigentlich mehr und vielleicht sogar gar nicht" der Versuch
gemacht, die Pluralität künstlerischer Ansätze in einem
Raumkonzept umzusetzen:
Die Dreidimensionalität der Bühne ermöglicht es, gleichermaßen
die Verzahnung und die Unabhängigkeit verschiedener musikalischer
bzw. theatralischer Strukturen darzustellen. An Seilen befestigt schweben
die Performer im Bühnenraum wodurch sie die horizontal getrennten
Ebenen in der Vertikale transzendieren. Durch ide Flexibilität der
Akteure hinsichtlich ihrer Höhe (Ebenen) können sich aufeinanderbezogenen
Strukturen etablieren, die auseinanderlaufend, in Untergruppen und Einzelstimmen
zerfallen und sich in anderen Kontexten wieder neu zusammenflechten.
Zuordnung der Artikulationsformen pro Ebene:
M (Ebene3) = Sprache
L (Ebene2) = tonale Musik
K (Ebene1) = Bewegungen
x/y (am Boden) = Geräusche
Inspiriert wurden die Aktionen von der besonderen Ästhetik des Ensembles
die Maulwerker woraus eine einizartige Spannung von lebendig-sinnlichen
und akkurat-abstrakten Ereignissen erwuchs. (A.N.)
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