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Christian Kesten (*1966)
zunge lösen
für Zunge und Atem (1990/1999)
für einen bis unendlich viele Spieler
Dauer: ad lib. (bisherige Versionen: 7 – 9 min)
Soloversion: UA Zionskirche Berlin 1999 / Sextettversion Museo Vostell
Malpartida Spanien 2001 / Trioversion: Philipp-Melanchthon-Kirche in Berlin-Neukölln
2002)
zunge lösen ist eine Komposition für Zunge, gelegentlich durch
hörbaren Atem kontrapunktiert. Das Stück besteht aus folgenden
Elementen:
- (feine) Zungenschläge auf den Mundraumboden,
- (sichtbare) Zungenbewegungen
- sowie Zungenbewegungen, die einen (zufälligen) Text, basierend
auf fest umrissenem Lautmaterial, artikulieren, der durch als eigene Stimme
parallel laufenden Atem gelegentlich hörbar gemacht wird (flüstern).
FAHREN 1995 (5’)
für 6 Stimmen
Diese Sprachkomposition übersetzt die konkrete Poesie eines Wörterbuches
in eine dichte klangliche Textur, die den Zuhörer in einen Zustand
ähnlich dem beim Fahren erlebten bringen mag.
PÅ STUDIEFÖRBUNDET (2000/2006, 3')
für zwei Männerstimmen und einen sprechenden Bongoisten
UA der neuen Version: maulwerker performing music 2006
translationen TESLA Berlin
Dieses Stück übersetzt die konkrete Poesie eines schwedischen
Lehrbuch-Dialoges in einen mikrotonal-changierenden Gesang.
des Kleinen Übergewicht (1995) für Stimme und Dinge
"… Auf der Bühne sitzt einer
ganz allein hinter einem Tisch, aus dessen Schublade er fortwährend
Dinge zieht (…). Dabei erzählt er unentwegt lustige Geschichten
ohne Ende und Anfang, Fragmente in englisch, japanisch, deutsch und so
weiter. … Diese fügen sich zu einem sprachlich-musikalischen
Mosaik, in dem sich die Person des Erzählers allmählich immer
stärker in den Vordergrund drängt. "Des Kleinen Übergewicht"
heißt denn auch die virtuos verdichtete Reminiszenz." taz,
13.07.1995
LIFT (2005,7')
Die für das Museum Moderner Kunst MUMOK in Wien entwickelte Arbeit
LIFT für vier Performer in drei Fahrstühlen ist eine ortsbezogene
wie räumliche Komposition, die mit sich in der Vertikale bewegenden
Einzelklängen wie mit stummen, visuellen Aktionen gleichermaßen
arbeitet. Vielleicht ist es auch eine temporäre Skulptur
parochial (1997/98, 70')
für sieben Ausführende
vier Frauenstimmen, Klarinette/ Männerstimme, Trompete/ Männerstimme,
Altsaxophon; Zusatzinstrumente die von allen bedient werden: Akkordeon,
E-Gitarre, Alteisenplatten, Gießkanne, Papier- und Plastiktüten,
Walkman
UA: Parochialkirche Berlin (1998); 2. Aufführung Kleiner Wasserspeicher
Berlin (1998). parochial ist räumliche Musik, geschrieben für
die MAULWERKER und die Parochialkirche Berlin. Das Stück bewegt sich
im Raum zwischen innen und außen; skulpturale Klänge werden
im Raum bewegt, verengen oder weiten ihn; die drei Bläser bewegen
sich meist außerhalb des Raumes und erweitern die akustische Wahrnehmung
über die gesetzten architektonischen Wände hinaus.
Raum ist ein eigener Parameter und ist in der Partitur extra notiert.
Strukturell besteht das Stück aus verschiedenen Strängen, die
zum Teil hart gegeneinander geschnitten sind.
fünf
stimmen acht hände
für 5 Stimmen, 2 Papier- und 2 Plastiktüten.
UA: Wabe Berlin 1998
4 performer drehen in aperiodischen Impulsen ihre Köpfe auf horizontaler
Ebene, wie ein plötzliches Aufmerken, Hinhören. Der Körper
dreht organisch nach, sie drehen sich auf der Stelle. Mit den Händen
spielen sie mit einer Papier- oder Plastiktüte feines Knistern in
ebenfalls aperiodischen, jedoch zu den Köpfen gegenläufigen
Sequenzen. Eine Stimme singt eine Viertonmelodie und umkreist dabei weiträumig
das Feld der Performer und Zuschauer, je nach Raum auch außerhalb
des Aufführungsraumes. Das Stück ist eine Passage aus parochial,
die in dieser Form separat aufgeführt werden kann.
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