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Fotos: Uwe Walter |
Mauricio Kagel (1931-2008)
Staatstheater
Repertoire. Debüt. Ensemble. Einspielungen. Freifahrt. Saison. Spielplan.
Kontra-Danse. feat. Charles Ives Ilmenau
Kammerensemble Neue Musik / Die Maulwerker,
Konzerthaus Berlin 1998; Akademie der Künste Berlin 2001.
Regie: Christian Kesten
Bühne & Kostüme: Dorothee Scheiffarth
Musikalische Leitung der Einspielungen sowie Kontra-Danse: Roland Kluttig
Wenn ein Kammerensemble und ein Ensemble für Experimentelles Musiktheater
sich treffen, muss die Erwartung, es gehe um Kritik am großen Staatstheaterapparat,
zwangsläufig enttäuschen. Diese Inszenierung zeigt, dass Kagels
Klangaktionen jenseits des Bedürfnisses, den öffentlichen Geschmack
zu ohrfeigen, ebenso wie Fluxus, heute eine eigene Poesie entfalten. Auch
heute kann sich immer noch das Ohr für ungewöhnliche Klänge,
das Auge dem ungewohnten Sehen öffnen. Der Mensch in seiner Existentialität,
seinen Verstrickungen, seinem Bemühen, seiner Sehnsucht, seinem Scheitern
rückt in den Mittelpunkt.
Ausgehend von Kagels Ansatz, Repertoire separat aufzuführen, werden
die Aktionen aus Repertoire und Spielplan durch Vokalsoli aus Debüt
und Ensemble, sowie Instrumentalsoli aus ergänzt, kontrapunktiert,
überlagert. Ein durchkomponierter Abend musikalischen Theaters, der
in Kontra->Danse, dem Ballett für Nicht-Tänzer seinen vorläufigen
Höhepunkt findet, bevor im Schlussbild Charles Ives‘ Ilmenau,
als triefende Schmonzette mit Backgroundchor interpretiert, die letzte
Frage aufwirft.
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