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Jürg Frey (*1953)
Anblick [flanieren] (2003)
Regie: Christian Kesten
Licht/Video: Steffi Weismann
Kostüme: Norma Mack
DEA (tutti) Version 32 Minuten
Aufführung im Rahmen des Programmes:
Poeme für Füsse / maulwerker performing music
Oktober 2005 im TESLA, Podewils'sches Palais Berlin
gefördert durch die inm
Anblick [flanieren] ist ein Musiktheaterstück, das Jürg Frey
für die Maulwerker geschrieben hat. Das Stück besteht ausschließlich
aus „natürlichem Gehen“ über eine „Aufführungsfläche
(die Bühne, der Platz, der Ort)“. Die Wege verlaufen immer
von rechts nach links. Bei einigen Wegen sind vokale Aktionen mitangegeben,
sprechen oder singen, bei einigen auch portable Instrumente wie Klarinette
oder Trompete. Die Gänge sind mit Titeln bezeichnet, meist Substantive,
die Frey beim intentionslosen Wandern über Robert Walser- oder Franz
Kafka-Texte gefunden hat, z.B. „Abgründigkeit“, „Ahnung“,
„Boden“, „Einwand“, „Festigkeit“,
„Gelegenheit“, „Halbschlafphantasie“, „Hälfte“,
„Ich wäre“, „Lichtung“, „Resonanz“,
„Schilderung“, „Schöne Augen“, „Sonnenschein“,
„Spuren“, „Tage“, „Ungenauigkeit“,
„Vielgestalt“, „Waldausgang“, „Zu gern“,
„Zustand“. Diese Titel geben dem Gehen ein spezifisches „Aroma“.
Aus diesen Aktionsblättern kann eine beliebige Auswahl getroffen
werden. Die Aktionen können sich überlagern. Der Titel der aufgeführten
Version lautet wie die Titel der ausgesuchten Blätter. Eine Licht/Schatten-Partitur
beschreibt eine von den Aktionen unabhängige Lichtebene. Per Video
werden vor der Aufführung Aktionen gefilmt, die, am Aufführungsort
aufgenommen, genau die Aufführungssituation wiedergeben. Sie schaffen
eine Art Spiegelsituation in der Tiefe des Raumes.
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